Nun muß auch Gesellschaft her. So ein großer Auslauf und nur ein Kaninchen, wir beschließen ihm noch einen Kameraden zu beschaffen. Im Kleinanzeigenmarkt einer Zeitung werden kostenlos Widder-/ Zwergkaninchenmix-Babies angeboten. Wir holen "Donny" ab.
Donny, weiß mit braune Ohren und ein paar vereinzelte braune Punkte, ein Ohr stehend, das andere halb hängend, ist Justins absoluter Liebling. Wie im Kaninchenbuch empfohlen, steht nun der 10 Wochen alte Donny 2 Tage mit normalem Käfig im Auslauf. Als wir merken, dass die beiden ständig zusammen hängen, einer lag vor dem Käfig, der andere von innen am Käfig, lassen wir die beiden zusammen. Sie "berammeln" sich erst mal krätig, dann liebten sie sich. Es machte Spaß den beiden zuzusehen. Donny mit seiner Jugend verjüngte unseren alten, dicken Mann sichtlich.
Zuhause entpuppte sich die Dame als sehr verträglich mit unseren Herrn. Am zweiten Tag wurde
sie schon kräftig bedeckt, obwohl uns erstaunte, dass sie meist mehr die Herrn
begattete als umgekehrt.
Die Jungen aus dem 1. Wurf durften ab einem Alter von 20 Tagen zu Papa und
Donny. Die Mama hatten wir mit laufen lassen, deshalb lagen dann wieder vier Wochen
später weitere 7 Jungen im Nest.
Die Jungen aus dem 2.Wurf waren von Anfang an anders. Wegen der großen Hitze in diesem
Sommer, sind uns leider gleich am zweiten Tag 2 Babies eingegangen. Ich fürchte
sie sind vertrocknet, denn ihre Mutter ging nur 1-2 mal täglich zum sägen zu den
Babies. Trotz schattenspendender Vorkehrungen von mir, muss es den Kleinen doch
zu warm gewesen sein. Wir haben dann die verbleibenden 5 Jungen mit der Mutter - die das gar nicht
gut fand - in unseren normalen Hasenkäfig in die Wohnung gebracht. Nach 5 Tagen durften in den Außenstall!
Den ganzen Sommer über ging alles gut, bis Ende September.
Eines Sonntag morgens
kam ich in den Auslauf und fand unseren Donny tot vor. Ich war ganz entsetzt,
ausgerechnet der Liebling meines Sohnes.
Ich versuchte es ihm schonend beizubringen doch er weinte fürchterlich.
So beschlossen wir Donny in einen Karton zu legen und ihn am Abend zu beerdigen.
Wir saßen die nächsten 6 Stunden vor dem Käfig unserer Schnippe im Wohnzimmer
und weinten. Wir hofften, beteten, beteten und hofften, doch um 15.15 Uhr erstickte meine Schnippe
ganz jämmerlich und ich muß ihr dabei zusehen.
Das war einer der schlimmsten Momente in meinem Leben!!!
Da starb mein Freund und ich konnte ihm nur zusehen mit dem Bewusstsein, wenn es China-Seuche ist,
dann bin ich schuld!
Nur 2 Tage später erkrankte Pünktchen. Um 15 Uhr war er noch fit gewesen! Ich bekam einen wahnsinnigen Drang alle 2 Stunden in den Auslauf zu schauen, immer mit der Angst noch mehr Tote oder Kranke zu finden! Eines wußte ich ganz sicher, ich wollte nie mehr einem Kaninchen beim Ersticken zusehen müssen. Die nächsten Tiere würden eingeschläfert werden, koste es was es wolle!!!
Im 2-Tage-Rhythmus starben meine Ninchen.
Als nächstes starb ein Baby aus dem 1. Wurf, das Wildfarbene.
Die beiden Löwenkopf-Jungen aus dem 2. Wurf, die noch bei uns waren (die anderen 3 wurden nach
Heidelberg vermittelt) hatten wir, nach Pünktchens tot, in die Wohnung geholt.
Jungtiere bis 10 Wochen sind angeblich über sie Muttermilch immun.
In der Hoffnung das wenigstens in den 2 Jungtieren die Gene von Schnippe und Pünktchen überleben, hatten wir sie von den anderen getrennt.
Es ist schrecklich wie schnell die Tiere sterben!!!